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PNG oder direkt WEBP zum Bearbeiten? Ein Vergleich der Arbeitsdateien
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PNG oder direkt WEBP zum Bearbeiten? Ein Vergleich der Arbeitsdateien

5 Min. Lesezeit

Die Frage lautet eigentlich: Wie oft werden Sie speichern?

Sie wollen ein Bild bearbeiten. Ihre Quelldatei ist ein WEBP. Sollten Sie direkt daran arbeiten oder es zunächst in ein PNG umwandeln?

Im Zentrum dieser Entscheidung steht ein einziger Begriff: Generationsverlust. Jedes Mal, wenn Sie eine Datei in einem verlustbehafteten Format öffnen und speichern, macht der Kompressionsalgorithmus seine Arbeit von Neuem und legt neue Verluste über die der vorherigen Runde. Einmal zu speichern ist meist harmlos. Fünfmal zu speichern kann erkennbare Spuren hinterlassen.

In diesem Beitrag vergleichen wir beide Ansätze unter den Gesichtspunkten Generationsverlust, Kompatibilität, Dateigröße und praktischer Arbeitsablauf.

Generationsverlust: der ausschlaggebende Unterschied

Das Risiko, beim WEBP zu bleiben. WEBP kann sowohl im verlustbehafteten als auch im verlustfreien Modus arbeiten. Liegt Ihre Quelldatei im verlustbehafteten Modus vor und verwendet Ihr Bearbeitungsprogramm beim Speichern erneut den verlustbehafteten Modus, legt jeder Speichervorgang neue Artefakte über die vorhandenen. In gleichmäßigen Farbübergängen sammelt sich Streifenbildung an, rund um scharfe Kanten Halos. Das Problem ist, dass die meisten Bearbeitungsprogramme Ihnen nicht ausdrücklich mitteilen, in welchem Modus sie speichern, sodass sich das Risiko nur schwer steuern lässt.

Der Vorteil, im PNG zu arbeiten. PNG ist vollständig verlustfrei. Wie oft Sie die Datei auch öffnen und speichern, die Pixel ändern sich nicht. Beschneiden, Ebenen hinzufügen, Farben korrigieren, rückgängig machen, erneut speichern – die Qualität bleibt konstant. Bei mehrstufigen Arbeiten ist diese Sicherheit ausschlaggebend.

Hier ist ein Hinweis nötig: Ist das Quell-WEBP verlustbehaftet, holt der Wechsel zu PNG die in dieser Datei bereits verlorene Qualität nicht zurück. Die vorhandenen Kompressionsspuren werden unverändert ins PNG übernommen. PNG ist kein Reparaturwerkzeug, sondern ein Gefrierschrank für alles Weitere.

Kompatibilität: eine praktische Hürde

PNG lässt sich nahezu überall öffnen. Da es seit über dreißig Jahren Standard ist, ist es fast unmöglich, ein Bildprogramm ohne PNG-Dekoder zu finden. Ältere Gestaltungswerkzeuge, Office-Software, Dokumentenverwaltungssysteme, Programme der Druckvorstufe – sie alle lesen PNG.

Bei WEBP ist die Lage gemischt. Moderne Browser öffnen es reibungslos. Auf der Desktop-Seite kennen jedoch lange nicht aktualisierte Bildbearbeitungsprogramme, manche Unternehmenssoftware und branchenspezifische Werkzeuge WEBP nicht. Selbst wenn Ihr Bearbeitungsprogramm es öffnet, kann es Probleme geben, sobald Sie die Datei an eine Kollegin oder eine Kundin schicken.

Sind an Ihrem Arbeitsablauf weitere Personen beteiligt, ist das für sich genommen ein starkes Argument für PNG.

Transparenz: beide unterstützen sie

An diesem Punkt gibt es keinen Unterschied. Sowohl WEBP als auch PNG unterstützen den Alphakanal; sie können für jedes Pixel einen eigenen Transparenzwert speichern. Weiche Kanten, halbtransparente Schatten und vollständig transparente Bereiche können in beiden Formaten leben.

Transparenz ist bei der Entscheidung zwischen diesen beiden Formaten also kein ausschlaggebendes Kriterium. Ausschlaggebend wird sie erst im Vergleich mit JPG – JPG unterstützt den Alphakanal überhaupt nicht.

Dateigröße: der klare Nachteil von PNG

Hier gewinnt WEBP mit deutlichem Abstand. Ihre Arbeitsdateien als PNG vorzuhalten erhöht besonders bei fotografischen Inhalten den Speicherbedarf erheblich. Die PNG-Fassung eines Fotos kann ein Vielfaches seines WEBP-Pendants betragen.

Der Grund liegt im Unterschied der Kompressionslogik. Im verlustbehafteten Modus wird WEBP kleiner, indem es Details verwirft, die das Auge kaum wahrnimmt. PNG verwirft keinerlei Pixelinformation, sondern packt lediglich wiederkehrende Muster; da sich in einem Foto wenige Wiederholungen zum Packen finden, bläht sich die Datei auf. Bei Logos und Grafiken mit vielen einfarbigen Flächen fällt der Unterschied weit geringer aus.

Ignorieren Sie diesen Preis nicht, aber ordnen Sie ihn ein: Eine Arbeitsdatei ist vorübergehend. Nach Projektende können Sie die endgültige Fassung aufbewahren und die Zwischendateien aufräumen.

Welches Format in welchem Szenario

Sie bearbeiten ein Logo über mehrere Sitzungen hinweg: PNG. Es entsteht kein Generationsverlust, die Transparenz bleibt erhalten, und es öffnet sich in jedem Programm. Beginnen Sie damit, WEBP in PNG umzuwandeln.

Sie nehmen einen einzigen Beschnitt vor und veröffentlichen dann: Bleiben Sie beim WEBP. Ein einmaliges Speichern erzeugt meist keine sichtbaren Artefakte, und die Datei bleibt klein.

Sie arbeiten an der Datei gemeinsam mit anderen: PNG. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Programm der Gegenseite WEBP öffnet.

Sie führen an einem Foto intensive Farb- und Tonarbeiten durch: PNG, aber behalten Sie die Auflösung im Griff. Verlustfreiheit ist hier wirklich wertvoll, der Preis bei der Größe aber ebenso real.

Die endgültige Fassung, die Sie auf eine Website hochladen: WEBP. Genau dafür wurde dieses Format entworfen, und sämtliche modernen Browser unterstützen es. Auch wenn Ihre Arbeitsdatei ein PNG ist, exportieren Sie die Verteilungsfassung als WEBP.

Ein Upload in ein betriebliches System: PNG oder das vom System vorgeschriebene Format. Kompatibilität ist hier keine Geschmacksfrage, sondern Pflicht.

Zusammengefasst

Schauen Sie darauf, wie oft Sie speichern werden. Führen Sie einen einzigen Arbeitsschritt aus und öffnet Ihr Programm die Datei, ist es praktisch und effizient, beim WEBP zu bleiben. Arbeiten Sie mehrstufig, teilen Sie die Datei mit anderen oder arbeiten Sie mit einem älteren Programm, wechseln Sie zu PNG; das stoppt den Generationsverlust und beseitigt Kompatibilitätsprobleme. Im Gegenzug zahlen Sie mit Speicherplatz – ein vertretbarer Preis. Trennen Sie in jedem Fall Arbeitsdatei und Veröffentlichungsfassung voneinander: Arbeiten Sie verlustfrei und erzeugen Sie die Verteilungsfassung passend zur Zielumgebung.

Häufig gestellte Fragen

Soll ich auch dann in ein PNG umwandeln, wenn ich nur eine kleine Änderung vornehme?

Wenn Sie einen einzigen Arbeitsschritt ausführen und damit fertig sind und Ihr Programm WEBP ohnehin öffnen kann, ist der Gewinn einer Umwandlung in PNG begrenzt. Ein einmaliges erneutes Speichern in einem verlustbehafteten Format erzeugt meist so geringe Artefakte, dass sie mit bloßem Auge nicht auffallen. Der eigentliche Sinn eines Wechsels zu PNG zeigt sich bei mehrstufigen Arbeiten, bei denen Sie dieselbe Datei viele Male öffnen und speichern. Wenn Sie nicht wissen, wie oft Sie speichern werden, ist es die sicherere Annahme, gleich mit PNG zu beginnen.

Erübrigt sich PNG, wenn ich mit verlustfreiem WEBP arbeite?

Technisch gesehen verursacht auch verlustfreies WEBP keinen Generationsverlust, auf der Qualitätsseite bleibt also kein Problem. In der Praxis stehen dem allerdings zwei Hürden entgegen: Die meisten Bearbeitungsprogramme lassen Sie beim Speichern nicht eindeutig steuern, welcher WEBP-Modus verwendet wird, und bei jedem Speichern besteht das Risiko, in den verlustbehafteten Modus zu rutschen. Die zweite Hürde ist die Kompatibilität; auch verlustfreies WEBP kennen zahlreiche Programme nicht.

Soll ich, wenn meine Arbeitsdatei ein PNG ist, auch als PNG veröffentlichen?

Nein, das sind zwei getrennte Entscheidungen, die man nicht vermischen sollte. Die Arbeitsdatei sollte verlustfrei sein, weil Sie sie viele Male bearbeiten werden. Die Veröffentlichungsfassung wird dagegen nach der Zielumgebung gewählt: Für eine Website ist WEBP meist die effizienteste Option, für E-Mails oder ein älteres Programm JPG, für Einsatzzwecke mit Transparenz PNG. In einem professionellen Arbeitsablauf hält man ein verlustfreies Archiv vor und erzeugt daraus die Verteilungsfassungen.

Meine PNG-Arbeitsdateien belegen sehr viel Platz, was soll ich tun?

Das ist ein realer Preis, den man nicht ignorieren sollte, denn gerade bei fotografischen Inhalten werden PNG-Dateien sehr groß. Die praktische Lösung besteht darin, PNG nur für die Dateien vorzuhalten, an denen Sie aktiv arbeiten, und nach Projektende die endgültige verlustfreie Fassung zu archivieren und die Zwischenfassungen zu löschen. Außerdem ist es der Faktor mit der unmittelbarsten Wirkung auf die Größe, die Auflösung genau auf dem tatsächlich benötigten Maß zu halten.

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