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JPG oder TIFF: Was schickt man an die Druckerei?
Vergleich

JPG oder TIFF: Was schickt man an die Druckerei?

5 Min. Lesezeit

Die falsche Datei ist eine Ausgabe ohne Rückweg

Der Druck unterscheidet sich in einem grundlegenden Punkt von digitaler Arbeit: Es gibt keine Rückgängig-Taste. Wenn Sie ein falsches Bild auf eine Website laden, ist das in fünf Minuten korrigiert. Sind fünftausend Broschüren falsch gedruckt, sind Geld und Zeit verloren.

Deshalb sollte man die Formatfrage ernst nehmen, bevor man Dateien an die Druckerei übergibt. In diesem Beitrag vergleichen wir JPG und TIFF im Druckkontext, zeigen, wann welches Format passt, und benennen die Risiken, die gern übersehen werden.

Warum verlangen Druckereien TIFF?

Der Grund liegt nicht im Format selbst, sondern in den Garantien, die es mitbringt.

Verlustfreie Daten. TIFF speichert Pixeldaten unverfälscht. Im Druck ist das wichtig, denn auf Papier wirken Kompressionsartefakte gnadenloser als auf dem Bildschirm. Gerade in einfarbigen Flächen — ein einfarbiger Hintergrund, ein Himmel, ein Block in Unternehmensfarbe — können die von JPG erzeugten Blockstrukturen und das Banding im Druck mit bloßem Auge erkennbar werden.

CMYK-Unterstützung. Druckmaschinen arbeiten mit Farbmischung, ihr Farbmodell ist CMYK. Bildschirme dagegen nutzen RGB. TIFF unterstützt CMYK und eingebettete ICC-Farbprofile; dadurch kann die Druckerei die Farberwartung kontrollieren. JPG arbeitet in der Praxis mit RGB.

Hohe Farbtiefe. TIFF kann 16 Bit pro Kanal transportieren. Bei Arbeiten mit intensiver Farbkorrektur bleiben weiche Übergänge dadurch frei von Banding. JPG ist auf 8 Bit begrenzt.

Kein Risiko von Generationsverlust. In der Druckvorstufe geht eine Datei womöglich durch mehrere Hände. TIFF sammelt keine Degradation an, egal wie oft es geöffnet und gespeichert wird; JPG tut es.

Geht JPG also gar nicht?

Doch. Man muss hier nicht dogmatisch sein.

Ein mit hoher Qualitätsstufe gespeichertes JPG in ausreichender Auflösung liefert bei vielen Druckaufträgen ein völlig akzeptables Ergebnis. Bei fotolastigen Arbeiten mit wenigen einfarbigen Flächen ist der Unterschied meist nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Viele Druckereien geben ohnehin ausdrücklich an, dass sie hochwertige JPGs akzeptieren.

Riskant wird JPG in diesen Fällen:

  • Es gibt große einfarbige Flächen. Corporate-Identity-Farben, einfarbige Hintergründe, Verlaufsübergänge. Hier lassen sich Artefakte nicht verstecken.
  • Text und scharfe Kanten dominieren. JPG erzeugt Ringing rund um scharfe Übergänge; im gedruckten Text erscheint das als unscharfer Schein.
  • Die Datei wurde vielfach bearbeitet und gespeichert. Der angesammelte Generationsverlust tritt im Druck zutage.
  • Die Qualitätsstufe ist niedrig. Ein für kleine Dateigröße komprimiertes JPG eignet sich nicht für den Druck.

Der kritischste Punkt: nicht das Format, sondern die Quelle

Hier liegt der eigentliche Kern, den die meisten übersehen.

Ein JPG in TIFF umzuwandeln hebt es nicht auf Druckqualität.

Die beim Erzeugen des JPG verworfenen Daten sind dauerhaft verloren. Bei der Umwandlung in TIFF bleiben die vorhandenen Artefakte unverändert erhalten, sie werden lediglich in einer viel größeren Datei abgelegt. Öffnet die Druckerei die Datei, sieht sie "TIFF" — und im Bild auch die aus dem JPG stammenden Störungen.

Die Reihenfolge sollte deshalb so aussehen:

  1. Suchen Sie die beste Quelle, die Sie haben. RAW-Datei, Original-Scan, Quelldatei vom Designer, die vom Fotografen gelieferte hochauflösende Fassung. Das ist die einzige echte Qualitätsverbesserung, die Ihnen möglich ist.
  2. Gibt es keine solche Quelle und haben Sie nur ein JPG, kann es dennoch sinnvoll sein, die Datei in TIFF umzuwandeln — vor allem, wenn sie in der Vorstufe durch mehrere Hände geht, denn so entsteht in den folgenden Schritten kein neuer Verlust.
  3. Informieren Sie die Druckerei. Sagen Sie, dass die Quelle ein JPG war. Eine erfahrene Druckfachkraft kann entsprechend vorsorgen.

Auflösung: wichtiger als das Format

Dieses Thema steht im Schatten der Formatdiskussion, ist aber tatsächlich ausschlaggebender.

Maßgeblich ist im Druck nicht die Pixelzahl, sondern die Pixeldichte in der zu druckenden physischen Größe. Dasselbe Bild kann auf einer Visitenkarte mehr als ausreichen und auf einem Plakat zu wenig sein. Entscheidend ist, auf wie viele Zentimeter es gedruckt wird.

Eine Formatumwandlung erhöht die Auflösung nicht. Ein niedrig aufgelöstes Bild in TIFF zu wandeln verhindert nicht, dass es im Druck unscharf wird. Deshalb gehört es noch vor die Formatwahl, der Druckerei das Endformat zu nennen und zu fragen, ob das Bild dafür ausreicht.

Vergessen Sie die PDF-Option nicht

Wenn Sie nur ein Foto schicken, passt TIFF direkt. Handelt es sich bei Ihrem Auftrag aber um eine gestaltete Arbeit wie eine Broschüre, ein Buch, eine Verpackung oder eine Visitenkarte, sind die in der Druckbranche verbreiteten PDF/X-Standards meist die bessere Wahl. Diese Standards halten Bilder, Schriften, Farbprofile und Beschnittzugaben zuverlässig in einer einzigen Datei zusammen.

Ihre Druckerei wird Ihnen sagen, welchen Standard sie erwartet; nachfragen beugt Problemen von vornherein vor.

Entscheidungsübersicht

  • Verlustfreie Quelle des Fotos vorhanden → TIFF schicken
  • Nur ein hochwertiges JPG vorhanden, fotolastiger Auftrag → JPG ist akzeptabel, mit der Druckerei absprechen
  • Große einfarbige Flächen oder dominanter Text → verlustfreie Quelle beschaffen, JPG ist riskant
  • Gestaltete Arbeit (Broschüre, Buch, Verpackung) → der von der Druckerei geforderte PDF-Standard
  • Bild niedrig aufgelöst → ein Formatwechsel löst das nicht, es braucht eine bessere Quelle

Kurz gefasst

Dass Druckereien TIFF verlangen, ist keine willkürliche Vorliebe; dahinter stehen handfeste Gründe wie verlustfreie Daten, CMYK-Unterstützung und Farbtiefe. Doch das Format allein bestimmt die Qualität nicht — ausschlaggebend ist, wie gut die Quelle ist, die Ihnen vorliegt, und ob das Bild für die zu druckende Größe genug Auflösung hat. Verwenden Sie die beste Quelle, sparen Sie nicht an der Qualitätsstufe und fragen Sie Ihre Druckerei bei allem, was Ihnen unklar ist. Ein Telefonat ist immer billiger als ein Nachdruck.

Häufig gestellte Fragen

Die Druckerei sagt, ein hochauflösendes JPG genüge — soll ich trotzdem TIFF schicken?

Wenn die Druckerei zustimmt, können Sie ein JPG schicken, achten Sie aber darauf, dass die Qualitätsstufe auf dem höchstmöglichen Wert liegt. Was im Druck Probleme macht, ist nicht das Format an sich, sondern die Artefakte aggressiver Kompression; ein mit hoher Qualität gespeichertes JPG wird für die meisten Aufträge problemlos gedruckt. Öffnen und speichern Sie die Datei nach dem Versand nicht erneut, denn jedes neue Speichern fügt eine weitere Schicht Degradation hinzu. Wenn Sie eine verlustfreie Quelle haben, ist es dennoch immer sicherer, diese zu bevorzugen.

Woran erkenne ich, ob mein Bild für den Druck genug Auflösung hat?

Maßgeblich ist im Druck nicht die Pixelzahl, sondern die Pixeldichte in der zu druckenden physischen Größe. Dasselbe Bild kann auf einer kleinen Visitenkarte mehr als ausreichen und auf einem Plakat zu wenig sein; entscheidend ist, auf wie viele Zentimeter es gedruckt wird. Am praktischsten ist es daher, der Druckerei das Endformat des Auftrags zu nennen und zu fragen, ob das Bild dafür geeignet ist. Eine Formatumwandlung erhöht die Auflösung nicht, ein niedrig aufgelöstes Bild in TIFF zu wandeln löst das Problem also nicht.

Soll ich meine Datei selbst nach CMYK konvertieren?

In der Regel nein, ohne Rücksprache mit der Druckerei ist es sicherer, es zu lassen. Die CMYK-Konvertierung ist kein einheitlicher Standardvorgang; für ein korrektes Ergebnis muss das zur Druckmaschine, zur Farbe und zur Papiersorte passende ICC-Farbprofil angewendet werden. Eine Konvertierung mit dem falschen Profil kann Farben anders drucken lassen als erwartet, und das fällt erst auf, wenn der Druck vorliegt. Druckereien wenden meist lieber ihre eigenen Profile an, fragen Sie deshalb vorab, in welchem Farbraum Sie die Datei liefern sollen.

Wäre es besser, ein PDF zu schicken?

Für viele Druckaufträge ja, besonders bei Gestaltungen mit Text und Vektorelementen. In der Druckbranche sind standardisierte PDF-Varianten wie PDF/X weit verbreitet, weil sie Bilder, Schriften, Farbprofile und Beschnittzugaben zuverlässig in einer einzigen Datei zusammenhalten. Wenn Sie nur ein Foto schicken, ist TIFF direkt die passende Wahl. Bei gestalteten Arbeiten wie Broschüren, Büchern oder Verpackungen beugt der von der Druckerei geforderte PDF-Standard Problemen von vornherein vor.

Probieren Sie es gleich mit JPG → TIFF Dönüştür aus.

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