PDFMove
Eine Webseite als PDF sichern: Onlinewerkzeug oder Druck aus dem Browser?
Vergleich

Eine Webseite als PDF sichern: Onlinewerkzeug oder Druck aus dem Browser?

7 Min. Lesezeit

Sie wollen eine Webseite als PDF sichern. Die Wege: einem Online-Umwandlungswerkzeug die URL geben, die Funktion "Als PDF drucken" Ihres Browsers nutzen, im Lesemodus drucken oder ein Bildschirmfoto machen. Welcher der richtige ist, hängt von der Art der Seite und davon ab, was Sie bewahren wollen.

Die vier Methoden in Kürze

Onlinewerkzeug: Sie geben die URL an, und das Werkzeug ruft diese Adresse eigenständig auf und erzeugt ein PDF.

Druck aus dem Browser: Sie drucken die bereits geöffnete Seite mit Strg+P als PDF.

Lesemodus plus Druck: Sie schalten zuerst den Lesemodus des Browsers ein, um die Seite zu vereinfachen, und drucken dann.

Bildschirmfoto: Sie nehmen ein Bild der Seite auf und setzen es in ein PDF.

Vergleichstabelle

| Kriterium | Onlinewerkzeug | Druck aus dem Browser | Lesemodus | Bildschirmfoto | |---|---|---|---|---| | Seiten mit Anmeldung | Nein | Ja | Ja | Ja | | Dynamische Inhalte | Teilweise | Vollständig | Vollständig | Vollständig | | Text markierbar | Ja | Ja | Ja | Nein | | Kontrolle über Seiteneinstellungen | Gut | Gut | Eingeschränkt | Keine | | Entfernen von Menüs/Werbung | Vom Druckstil abhängig | Vom Druckstil abhängig | Sehr gut | Nein | | Automatisierbar | Ja | Nein | Nein | Teilweise | | Links anklickbar | Meist | Meist | Meist | Nein | | Lange Seiten | Werden automatisch umbrochen | Werden automatisch umbrochen | Werden automatisch umbrochen | Mühsam |

Szenario 1: Einen Nachrichtenartikel archivieren

Sie wollen einen Beitrag zum Offlinelesen oder zum Aufbewahren als PDF sichern.

Sieger: Lesemodus plus Druck.

Nachrichtenseiten sind hinsichtlich der Ausgabe die problematischsten Seiten: Menüs, Seitenspalten, Werbeblöcke, Listen verwandter Meldungen, Social-Media-Schaltflächen, Kommentarbereiche.

Ist der Druckstil der Website gut definiert, werden diese ausgeblendet. Doch viele Websites definieren keinen oder nur einen unvollständigen Druckstil.

Der Lesemodus löst dieses Problem vollständig: Der Browser löst den Artikeltext und die Hauptbilder aus der Seite heraus und verwirft alles andere. Sie erhalten ein einspaltiges, gut lesbares Layout. In diesem Modus zu drucken liefert ein sauberes PDF.

Der Lesemodus lässt sich in Firefox über ein Symbol in der Adressleiste einschalten, in Safari ähnlich und in Chrome über eine je nach Version unterschiedliche Einstellung.

Szenario 2: Eine Bestellbestätigung oder einen Kontoauszug sichern

Sie wollen Ihre Bestellung in einem Onlineshop oder Ihre Bankansicht als Beleg aufbewahren.

Sieger: Druck aus dem Browser, es gibt keine Alternative.

Ein Onlinewerkzeug erreicht diese Seiten nicht. Es ruft die angegebene Adresse eigenständig auf und führt Ihre Sitzungscookies nicht mit. Das Ergebnis wäre ein PDF der Anmeldemaske oder einer Fehlerseite.

In Ihrem Browser sind Sie dagegen bereits angemeldet, und die Seite ist in ihrer personalisierten Form geladen.

Ein Tipp: Viele Onlineshops und Bankportale bieten für diese Seiten gut definierte Druckstile – die Ausgabe fällt meist sauber aus. Manche bieten zudem unmittelbar eine Option "PDF herunterladen", und das ist stets die beste.

Szenario 3: Rechnungen aus eigenem HTML erzeugen

Ein System erstellt aus einer HTML-Vorlage Rechnungen, die nach PDF gewandelt werden sollen.

Sieger: Onlinewerkzeug oder programmatischer Konverter.

In diesem Szenario ist Ihr Vorteil, dass Sie die Kontrolle über das HTML haben. Mit CSS können Sie das Seitenverhalten genau festlegen:

@page {
  size: A4;
  margin: 2cm;
}

table { page-break-inside: avoid; }
.summenzeile { page-break-before: avoid; }

p { orphans: 3; widows: 3; }

Zudem ist die Automatisierbarkeit entscheidend: Für jede Rechnung von Hand Strg+P zu drücken skaliert nicht.

Worauf zu achten ist:

Schriften. Webschriften werden von externen Quellen geladen; fehlt der Zugriff in der Umwandlungsumgebung, verschiebt sich das Layout. Die Schrift einzubetten oder Systemschriften zu verwenden ist sicherer.

Hintergrundfarben. Sie werden standardmäßig nicht gedruckt. Verwenden Sie farbige Kopfzeilenbalken oder Hervorhebungsflächen, kann print-color-adjust: exact nötig sein.

Testen Sie. Probieren Sie es mit Rechnungen unterschiedlicher Länge – eine Rechnung mit 3 Posten und eine mit 50 Posten zeigen ein anderes Umbruchverhalten.

Szenario 4: Eine Dokumentationsseite sichern

Sie wollen ein technisches Handbuch für den Offlinezugriff als PDF sichern.

Sieger: Onlinewerkzeug oder Druck aus dem Browser.

Dokumentationsseiten sind meist gut strukturiert, und ihre Druckstile sind vernünftig.

Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit: eingeklappte Inhalte. Viele Dokumentationsseiten präsentieren Abschnitte als Akkordeon oder in Reitern. Inhalte im geschlossenen Zustand erscheinen im PDF überhaupt nicht.

Sie müssen vor dem Drucken alle Abschnitte aufklappen. Manche Seiten bieten eine Schaltfläche "Alle ausklappen".

Enthalten Codeblöcke zudem lange Zeilen, können diese rechts abgeschnitten werden. Die Seite im Querformat zu drucken kann helfen.

Szenario 5: Den Zustand einer Seite zu einem bestimmten Zeitpunkt belegen

Sie wollen einen Preis, eine Angabe oder eine Veröffentlichung festhalten.

Sieger: Druck aus dem Browser (mit eingeschalteten Kopf- und Fußzeilen).

Der Browserdruck ergänzt am Anfang und Ende der Seite automatisch URL, Datum und Uhrzeit. Normalerweise ist das unerwünscht, doch bei einer Aufzeichnung zu Beweiszwecken ist es genau das, was Sie wollen.

Vergewissern Sie sich, dass im Druckdialog die Option "Kopf- und Fußzeilen" aktiviert ist.

Auch ein Bildschirmfoto ist in diesem Szenario vertretbar, weil es den optischen Zustand der Seite exakt bewahrt. Doch der Text geht verloren – er wird unsuchbar und nicht kopierbar. Beides gemeinsam aufzubewahren ist am robustesten.

Szenario 6: Eine Seite mit unendlichem Scrollen

Ein Social-Media-Feed oder eine fortlaufend nachladende Liste.

Sieger: keine Methode löst es vollständig.

Unendliches Scrollen lädt Inhalte nach, während der Nutzer nach unten scrollt. Weder ein Onlinewerkzeug noch der Browserdruck kann diesen Inhalt vollständig erfassen – denn das Scrollereignis findet nicht statt.

Teillösungen:

Von Hand scrollen. Im Browser bis ans Ende der Seite scrollen, den gesamten Inhalt laden lassen und erst dann drucken. Bei langen Seiten mühsam, aber wirksam.

Nach einer druckbaren Fassung suchen. Manche Websites bieten einen Link "Drucken" oder "Alles anzeigen".

In Abschnitte zerlegen. Die Seite in Teilen speichern und anschließend zusammenführen.

Dasselbe Problem gilt für verzögert geladene Bilder: Bilder, die nicht in den Sichtbereich gelangen, werden nie geladen und bleiben im PDF leer.

Der Platz des Bildschirmfotos

Wir führen diese Methode der Vollständigkeit halber auf, doch sie gewinnt in nahezu keinem Szenario.

Was verloren geht:

  • Der Text. Die Schrift im Bild besteht nur aus Pixeln. Sie ist nicht durchsuchbar, nicht kopierbar, und Screenreader erreichen sie nicht.
  • Die Auflösung. Sie ist durch Ihren Bildschirm begrenzt. Im Druck wirkt das Ergebnis unscharf.
  • Der Seitenumbruch. Lange Seiten müssen stückweise aufgenommen und zusammengesetzt werden.
  • Die Links. Sie sind nicht anklickbar.
  • Die Dateigröße. Um ein Vielfaches größer als ein textbasiertes PDF.

Die einzige legitime Anwendung: wenn der optische Zustand der Seite exakt bewahrt werden muss – etwa um eine Gestaltung zu dokumentieren oder eine Fehlermeldung festzuhalten.

Die Vorteile des Onlinewerkzeugs

Bislang trat die Browsermethode hervor; zählen wir auch die Punkte auf, an denen das Onlinewerkzeug gewinnt:

Automatisierbarkeit. Wandeln Sie regelmäßig viele Seiten nach PDF, skaliert der Druck von Hand nicht.

Einheitliche Einstellungen. Jedes Mal werden dieselbe Seitengröße, dieselben Ränder und dieselbe Skalierung angewendet. Im Browser werden Einstellungen über eine Sitzung hinweg womöglich nicht behalten.

Für Ihr eigenes HTML. Bei der Erzeugung von Rechnungen, Berichten und Zertifikaten ist ein programmatischer Konverter das richtige Werkzeug.

Zugriff von einem anderen Gerät. Wenn Sie keinen Browser zur Hand haben, um die Seite zu öffnen.

Datenschutz. Ein Werkzeug, das im Browser läuft und den Inhalt nicht an einen Server sendet, steht auf einer Stufe mit einer lokalen Lösung.

Die Entscheidung im Überblick

  • Seite mit Anmeldung → Druck aus dem Browser, zwingend.
  • Nachrichtenartikel, Blogbeitrag → Lesemodus plus Druck.
  • Eigenes HTML (Rechnung, Bericht) → Online- oder programmatisches Werkzeug mit CSS-Steuerung.
  • Aufzeichnung zu Beweiszwecken → Druck aus dem Browser mit eingeschalteten Kopf- und Fußzeilen.
  • Stapelarbeit → Online- oder programmatisches Werkzeug.
  • Dynamische Seite mit unendlichem Scrollen → von Hand scrollen und aus dem Browser drucken.
  • Wenn ein visueller Nachweis nötig ist → Bildschirmfoto (im Bewusstsein des Textverlusts).

Und öffnen Sie in jedem Fall die Ausgabe und prüfen Sie sie: Ist der Inhalt vollständig, sind die Seitenumbrüche sinnvoll, werden Sonderzeichen korrekt dargestellt, funktionieren die Links?

Häufig gestellte Fragen

Warum lassen sich manche Seiten nur aus dem Browser drucken?

Weil ein Onlinewerkzeug die angegebene Adresse eigenständig aufruft und Ihre Sitzungscookies nicht mitführt. Seiten, die eine Anmeldung erfordern, Ihr Warenkorb, Ihre Kontoeinstellungen oder Inhalte hinter einer Bezahlschranke sind für es nicht erreichbar. In Ihrem Browser sind Sie dagegen bereits angemeldet, und die Seite ist vollständig geladen.

Warum liefert der Lesemodus ein saubereres Ergebnis?

Weil der Lesemodus den Artikeltext und die Hauptbilder aus der Seite herauslöst und alles andere verwirft: Menüs, Seitenleisten, Werbung, Listen verwandter Beiträge, Kommentare. Das Ergebnis ist ein einspaltiges, gut lesbares Layout. In diesem Modus ein PDF zu erzeugen liefert meist bessere Ergebnisse, als sich auf den Druckstil der Website zu verlassen – besonders bei Websites ohne definierten Druckstil.

Warum ist ein Bildschirmfoto eine schlechte Lösung?

Der Text geht verloren. Die Schrift in einem Bildschirmfoto besteht nur aus Pixeln; sie ist nicht durchsuchbar, nicht kopierbar, und Screenreader erreichen sie nicht. Zudem ist die Auflösung durch Ihren Bildschirm begrenzt, und lange Seiten müssen stückweise aufgenommen und zusammengesetzt werden. Sinnvoll ist es nur, wenn ein visueller Nachweis nötig ist (etwa um den Zustand einer Seite zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zeigen).

Ich erzeuge Rechnungen aus eigenem HTML – was soll ich verwenden?

Ein Onlinewerkzeug oder einen programmatischen Konverter. Weil das HTML Ihnen gehört, können Sie im CSS Regeln wie @page, page-break-inside sowie orphans/widows definieren und die Seitenumbrüche vollständig steuern. Auch der Druck aus dem Browser funktioniert, lässt sich aber nicht automatisieren und erfordert jedes Mal Einstellungen von Hand.

Probieren Sie es gleich mit HTML/URL → PDF aus.

HTML/URL → PDF ausprobieren